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Dauer-Meetings, Dauerstress: Zoom-Fatigue – wenn Videokonferenzen müde machen und erschöpfen

Zoom-Fatigue bezeichnet eine Form mentaler und körperlicher Erschöpfung, die durch häufige Videokonferenzen entsteht. Videokonferenzen sind aus dem modernen Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen ortsflexibles Arbeiten, schnelle Abstimmungen und mehr Effizienz. Gleichzeitig zeigen arbeitsmedizinische Erkenntnisse, dass digitale Meetings mit Videosichtbarkeit neue Belastungen mit sich bringen. Zoom-Fatigue ist dabei kein Randphänomen; es ist ein relevanter Gesundheitsfaktor in wissensintensiven Arbeitsumgebungen.

Was ist Zoom-Fatigue?

Zoom-Fatigue beschreibt einen Zustand mentaler, emotionaler und körperlicher Ermüdung, der durch lange oder häufige Videokonferenzen entsteht. Aus arbeitsmedizinischer Sicht ist sie das Ergebnis mehrerer gleichzeitig wirkender Belastungsfaktoren:

  • hohe kognitive Beanspruchung
  • visuelle Ermüdung durch Bildschirmarbeit
  • sozialer Stress durch permanente Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Bewegungsmangel und fehlende Erholungsphasen

Bei hoher Meetingdichte verstärken sich diese Effekte im Tagesverlauf deutlich.

Typische Symptome von Zoom-Fatigue

Zu den häufigsten Anzeichen zählen:

  • schnelle Erschöpfung und Konzentrationsabfall
  • Kopfschmerzen, Augenbrennen oder verschwommenes Sehen
  • Nacken- und Schulterschmerzen
  • Reizbarkeit und innere Unruhe
  • reduzierte Leistungsfähigkeit und erhöhte Fehleranfälligkeit

Diese Symptome sind keine individuelle Schwäche, sie sind eine normale Reaktion auf digitale Dauerbelastung.

Warum Videokonferenzen besonders müde machen

Im Vergleich zu Präsenzmeetings sind Videokonferenzen nachweislich anstrengender. Gründe dafür sind unter anderem:

  • permanenter Blick auf das eigene Kamerabild
  • übermäßiger und unnatürlicher Blickkontakt
  • erschwerte Wahrnehmung von Mimik und Körpersprache
  • Bewegungsmangel bei aufeinanderfolgenden Meetings
  • technische und organisatorische Störungen

Diese Faktoren erhöhen die mentale Beanspruchung und fördern Zoom-Fatigue.

Maßnahmen gegen Zoom-Fatigue im Unternehmen

Unternehmen können gezielt gegensteuern und die Belastung reduzieren:

  • Videokonferenzen bewusst einsetzen: Kamera nur bei fachlicher Notwendigkeit, Telefonate und asynchrone Formate nutzen
  • Meetingdauer verkürzen: 25 oder 50 Minuten statt 30 oder 60
  • Pausen aktiv ermöglichen: regelmäßige Bildschirm- und Bewegungsunterbrechungen
  • Ergonomie sicherstellen: ergonomische Bildschirmarbeitsplätze im Homeoffice
  • Führungskräfte sensibilisieren: Vorbildfunktion, realistische Erreichbarkeit, offene Kommunikation

Fazit
Zoom-Fatigue ist kein individuelles Durchhalteproblem, sie gilt als relevanter Aspekt psychischer Belastung bei digitaler Bildschirmarbeit. Unternehmen, die Videokonferenzen gesund gestalten, schützen nicht nur die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden; sie steigern auch langfristig die Produktivität, durch eine Reduktion der Fehlerhäufigkeit die Qualität und die Arbeitszufriedenheit.
Quelle: DGUV – Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG)

 

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